Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA)->ein Muss für jedes Unternehmen!

Jeder, der sich täglich mit der Optimierung von Google Werbekampagnen beschäftigt, weiß, dass in Google AdWords ständig neue Optionen hinzugefügt werden.

Vorbei sind die Zeiten, als die einzige Targeting-Methode rein Keywords oder Display-Anzeigen war! Um Kampagnen besser und effektiver zu gestalten, stehen uns erweiterte Ausrichtungsmethoden zur Verfügung. Was die Suchkampagnen betrifft, ist RLSA eine der wichtigsten Funktionen – Remarketing Listen für Suchanzeigen.

Warum ist Remarketing so wichtig?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele Personen, die eine Webseite besuchen, Produkte in den Warenkorb legen und danach die Webseite verlassen ohne eine Bestellung abzuschließen?

Basierend auf einer Analyse aus 37 Studien aus den Jahren 2006-2016, ergibt sich laut Baymard Institut eine weltweite Abbruchrate im Warenkorb von 69,23%. Und die Abbruchrate steigt weiter. Gemäß Statista.com betrug die Warenkorbabbruchrate im Q2 2017: 77,3%.

Unser Ziel als Werbetreibende ist es, einen Weg zu finden, um diese Nutzer erneut anzusprechen und sie zu überzeugen, die Transaktion abzuschließen! Und genau dafür benutzt man die Remarketing-Listen.

Display Remarketing im Vergleich zu Remarketing in der Suche

“Remarketing“ wird im Allgemeinen mit Display Kampagnen assoziiert: Personen, die eine Webseite besucht haben, werden erneut im Google Display Netzwerk (GDN) mittels Banner angesprochen, ohne dass sie in dem Moment aktiv nach einem Produkt von dieser Website gesucht haben.

Im Vergleich zu Display-Remarketing werden im Remarketing in der Suche nur dann Werbeanzeigen ausgespielt, wenn Besucher, die bereits auf der Webseite waren, eine neue Suchanfrage durchführen.

Remarketing-Listen für Suchanzeigen – Wie und wann werden sie verwendet?

Die Remarketing-Listen für Suchanzeigen ermöglichen uns, benutzerdefinierte Zielgruppen in Suchkampagnen hinzuzufügen, ohne eine separate Kampagne zu erstellen oder ein separates Budget zu verwenden. Um eine Remarketing-Liste in einer Suchkampagne hinterlegen zu können, muss die Liste mindestens 1000 Nutzer enthalten.

Folgendes Beispiel zeigt Ihnen wie einfach Remarketing-Listen für Suchanzeigen hinterlegt werden:

1. Selektieren Sie die gewünschte Kampagne, zu der Sie die Remarketing-Listen hinzufügen möchten:

 

2. Im nächsten Schritt klicken Sie auf “Zielgruppen”, wählen die gewünschten Remarketing-Listen aus und drücken Sie auf “Speichern”.

 Beim Einsatz von Remarketing-Listen kann man aus zwei Einstellungs-Optionen wählen:

  • Ausrichtung

Früher „Ausrichtung und Gebot” genannt. Durch Einsetzen dieser Option beschränkt man die Reichweite; die Anzeigen werden ausschließlich Nutzern gezeigt, die sich in den hinzugefügten Remarketing-Listen befinden.

  • Beobachtung

In der früheren AdWords Oberfläche hieß diese Option „Gebot“. Damit wird die Reichweite nicht beschränkt und die Werbeanzeige wird jedes Mal ausgespielt, wenn eine Suchanfrage für eines der gebuchten Keywords getätigt wird, egal ob es um neue neue oder frühere Nutzer geht.

 

3. Als nächstes können Sie das Gebot für jede einzelne Remarketing-Liste anpassen.

Am Anfang können Sie auch mit einer geringeren Gebotsanpassung starten z.b +2% und im Laufe der Zeit, abhängig von der Entwicklung der User Performance die Gebote erneut anpassen.

Gewinn-Strategien – Wie kann man RLSA am besten nutzen?

Bei richtig eingesetzten Remarketing-Listen für Suchanzeigen kann man höhere Klickraten, günstigere CPAs und mehr Transaktionen erzielen!

Um optimale Ergebnisse zu erreichen, empfehlen wir Ihnen beim Einsatz von Remarketing-Listen für Suchanzeigen folgende Strategien in Betracht zu ziehen:

Tipp 1: Segmentierung der Webseite Besucher

Unter der Prämisse, dass Kunden ein ganz unterschiedliches Verhalten zeigen, ist unsere Meinung, dass die Segmentierung der Website-Besucher der Haupt-Schlüssel für eine erfolgreiche Suchkampagne ist.

Beispielsweise sind die Nutzer, die ein Produkt in den Warenkorb gelegt haben, “wertvoller” als Nutzer, die sich nur die Webseite angeschaut haben, ohne eine Kaufabsicht zu zeigen.

Für eine grobe, aber absolut notwendige Zielgruppen-Segmentierung würden wir jedem Account-Betreuer empfehlen, folgende Zielgruppen zu hinterlegen:

  • Alle Websitenbesucher
  • Besucher von bestimmten Produktkategorien
  • Alle Warenkorbabbrüche
  • Alle Käufer
  • Wiederkehrende Nutzer

Wird das Kundenverhalten noch gründlicher analysiert, bemerkt man, dass manche Nutzer mehrmals die Webseite besuchen, bevor sie sich für ein Produkt entscheiden und letztendlich einen Kauf tätigen. Auch Nutzer, die sich länger mit der Webseite auseinandersetzen, sind wertvoller als Nutzer, die die Webseite sofort verlassen haben, weil sie sich die Zeit genommen haben mehr über das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung zu erfahren.

Für eine bessere Optimierung, empfehlen wir Ihnen weitere Zielgruppen zu erstellen, z.B:

  • Besucher ohne Kauf (1-2 Besuche ohne Kauf, 2-4 Besuche ohne Kauf, >5 Besuche ohne Kauf)
  • Besuchsdauer (> 30 Sekunden, > 60 Sekunden, > 120 Sekunden)
  • Wiederkehrende Nutzer bis zum Kauf (1-2 Besuche bis zum Kauf, 2-4 Besuche bis zum Kauf, >5 Besuche bis zum Kauf)
  • Besucher von bestimmten Produktkategorien (in den letzten 30 Tagen, 60 Tagen, 90 Tagen, 180 Tagen, 540 Tagen)
  • Organische Nutzer, Paid Nutzer
  • Conversion-Wert

Besonders beim Hinterlegen von Remarketing-Listen, wo wir die Option haben das Gebot separat für jede Zielgruppe anzupassen, sollte man strategisch zwischen wertvollen und weniger wertvollen Kunden unterscheiden.

Tipp 2: Gebotsanpassungen für RLSA

Basierend auf den hinterlegten RLSA und dem Kundenwert, können Sie sich entscheiden für welche Zielgruppen Sie bereit sind mehr zu bieten, damit Ihre Anzeigen besser positioniert werden – und für welche Zielgruppen weniger.

Wenn Sie ein E-Commerce-Geschäft verwalten, können Sie für die Nutzer, die Produkte in den Warenkorb gelegt haben ohne den Kauf zu finalisieren eine höhere Gebotsanpassung festlegen. Wir gehen davon aus, dass bei einer neuen Suchanfrage die Nutzer Ihr Unternehmen berücksichtigen werden. Warum? Weil ihnen der Markenname bekannt vorkommt und weil sie schon einen ersten Kontakt mit Ihrem Produkt gehabt haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese User den Kauf abschließen ist ziemlich groß!

Sollten Sie eine Kampagne betreuen, in der Sie eine automatisierte Gebotsstrategie eingesetzt haben, wird der Algorithmus die Gebote auch für die RLSA optimieren. Es ist nicht mehr nötig, dass Sie manuell die Anpassungen festlegen. Auf jeden Fall sollen Sie ständig die Kampagnen-Entwicklung im Auge behalten. Abhängig von der eingesetzten Gebotsstrategie, müssen bestimmte Werte erreicht werden, damit der Algorithmus richtig optimieren kann.

Beispielweise muss man bei einer Ziel-CPA Gebotsstrategie mindestens 15 Conversions pro Kampagne in den letzten 30 Tagen erzielt haben.

Tipp 3: Anzeigen auf die Bedürfnisse und Ansprüche der Kunden zuschneiden

Abhängig von der Performance Ihrer Besucher, können Sie die Besucher durch individuelle Anzeigentexte ansprechen.

Zum Beispiel können Sie für Nutzer, die Produkte in den Warenkorb gelegt haben, aber keine Transaktion abgeschlossen haben, eine eigene Anzeigengruppe erstellen und sie mit einem individuellen Angebot ansprechen: “Jetzt kaufen & 10% sparen”.

Für Besucher, die sich nicht mehr in der Informationsphase befinden, sondern im tieferen Teil des Conversion Funnels (Desire und Action), empfehlen wir, die Bids zu erhöhen.

Sie können mit +20% oder +30% starten und im Laufe der Zeit die Entwicklung beobachten.

Für Nutzer, die sich im Upper-Conversion Funnel befinden bzw. für Nutzer mit generischen Suchanfragen empfehlen wir für den Anfang einen kleineren Bid, zwischen +2% und +5%. Für Besucher mit einer hohen Bounce-Rate würden wir vorschlagen, das Bidding leicht zu reduzieren.

Tipp 4: Bei kleineren oder beschränkten Budgets die Option “Ausrichtung” einsetzen 

Wenn Sie ein Unternehmen betreuen, das über ein geringes Budget verfügt und trotzdem bevorzugt so oft wie möglich bei generischen Keywords sichtbar zu sein, empfehlen wir Ihnen beim Einsatz von RLSA die Option “Ausrichtung” zu wählen.

Um hohe Kosten zu vermeiden und das zur Verfügung gestellte Budget optimal einzusetzen, würden wir in solchen spezifischen Fällen mit folgender Lösung vorangehen: erstellen Sie einfach eine eigene Anzeigengruppe für generische Keywords und fügen Sie die Remarketing-Liste “Alle Webseitebesucher” mit der Option “Ausrichtung” hinzu. Auf diesem Weg sind die Anzeigen ausschließlich für jene Nutzer sichtbar, die Ihre Webseite schon besucht haben.

Was bringt’s? Case:  Einsatz von Remarketing-Listen für Suchanzeigen

In der Theorie klingt das natürlich alles einfach und toll!

Wahrscheinlich fragen Sie sich, inwieweit die RLSA einen positiven Einfluss auf die Performance der Gesamtkampagne haben.

Im folgenden Beispiel haben wir uns die Entwicklung einer generischen Kampagne in einem Zeitraum von sechs Monaten angeschaut. Wir haben separat die Performance der Kampagne und der eingesetzten Remarketing-Listen analysiert und sind zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Erhöhung der Klickrate
  • Günstigere Kosten pro Conversion
  • Bessere Conversion-Rate
  • Bessere Position

Man kann ganz konkret sehen, dass die User, welche bereits die Webseite unseres Kunden besucht haben und mithilfe von Remarketing-Listen erneut angesprochen wurden, eine bessere Performance gezeigt haben.

Wir persönlich sind von den Remarketing-Listen in der Suche begeistert und würden jedem Account-Betreuer empfehlen die Suchkampagnen auf dieser Weise zu optimieren. Wir hoffen, wir konnten Sie überzeugen, dass die Remarketing Listen in der Suche nicht nur ein Trend sind, sondern auch ein nachhaltiger Weg, um günstigere Conversions zu erzielen und den Traffic deutlich zu erhöhen.

Wenn Sie noch keine Remarketing Listen hinterlegt haben, ist jetzt die Zeit dafür: 1-2-3 und los!

Haben Sie weitere Fragen?

Sollten Sie Fragen haben oder möchten Sie sich gerne beraten lassen, würden wir uns freuen Sie zu unterstützen. Sie können uns jederzeit unter sea@e-dialog.at kontaktieren.

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